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Zimbabwe – Land voller Kontraste

Reisebericht von Janine Klaus-Mäder

Das Binnenland war schon immer eines der schönsten und vielfältigsten Safari- und Reiseziele im südlichen Afrika und ein echter Geheimtipp für Afrika-Liebhaber. Wenige internationale Reisende fanden bisher den Weg nach Zimbabwe, so dass die lokale Bevölkerung einem mit grosser Neugier und Herzlichkeit empfängt. Hier findet man fabelhafte Landschaften, wilde Natur, fantastische Safari-Gebiete mit einem grossen Tierreichtum, mystische Ruinen, hohe Berge, Landschaften mit Granitfelsen mitten im tiefen Busch, eine Flora und Fauna, die kaum zu übertreffen ist, ein riesiger Stausee und einen Fluss mit den vielleicht berühmtesten Wasserfällen der Welt.

 

Viele zuverlässige Flugverbindungen Richtung Zimbabwe gibt es im Mai 2021 nicht. Wir entscheiden uns für Ethiopian Airlines, welche uns pünktlich von Genf via Addis Ababa nach Harare bringt, der Hauptstadt von Zimbabwe. Der Flieger ist gut ausgelastet, aber es sind nur ganz wenige Touristen auf diesem Flug und das Einreiseprozedere mit Corona Check und Visa Formalitäten ist schnell erledigt.

Die erste Nacht verbringen wir in der Armadale Lodge. Eine im Kolonialstil gebaute, ruhige und von «Nickie» äusserst warmherzig geführte Unterkunft. Nickie erzählt uns viel über die aktuelle Lage und das heutige Leben in Zimbabwe. Auch wir haben im Vorfeld viel über die Geschichte des Landes und die seinerzeit grosse Enteignung der (weissen) Farmbesitzer gelesen und wir sind äussert gespannt, was uns auf unserem Mietwagen- und Flug-Safari-Abenteuer alles erwarten wird.

Pünktlich um 8.00 Uhr am nächsten Tag wird unser Isuzu Mietwagen in die Lodge gebracht. Der Mitarbeiter der Mietwagenfirma strahlt über das ganze Gesicht, als wir ihm erzählen, dass wir aus der Schweiz kommen. Es ist Muttertag, und er fragt ganz verschmitzt, ob wir nicht vielleicht etwas Schweizer Schokolade im Gepäck mit dabei hätten, welche er seiner Mutter zum heutigen Tag schenken könnte. Natürlich haben wir Schokolade mit im Gepäck und so kann er sein Glück kaum fassen, als wir ihm eine Tafel für seine Mutter schenken.

Über eine gute Teerstrasse führt uns der Start unserer Reise Richtung Eastern Highlands, das Gebiet, wo sich die Kolonialfamilien früher im Sommer von der Hitze des Tieflands erholten. Heute prägen Tee- und Holzplantagen sowie riesige Wälder und idyllische Seen das Bild. Unsere nächste Unterkunft, die Musangano Lodge, liegt im ca. 240 km von Harare entfernten Mutare. Wir geniessen die schöne Fahrt durch die abgelegenen Dörfer im «Honde Valley» und wir staunen über die spektakuläre Natur. Leider haben wir etwas wenig Zeit in dieser Gegend eingeplant, weshalb wir auf den Besuch des Aussichtspunktes «World’s View» im Nyanga Nationalpark verzichten müssen.

Am nächsten Tag fahren wir weiter Richtung Südosten. Der Gonarezhou National Park ist mit 5‘053 km² der zweitgrösste Nationalpark des Landes und äusserst weitläufig, abgelegen und wild. Der Parkbesuch steht nur bei sehr wenigen Touristen auf dem Programm. Wir verbringen hier zwei Nächte in der authentischen «Chilo Gorge Lodge», welche direkt an der Parkgrenze mit schönem Blick über den Save Fluss gelegen ist. Neben uns sind noch zwei weitere Schweizer hier einquartiert, ansonsten sind jedoch weit und breit keine weiteren Touristen anzutreffen, und am nächsten Tag haben wir den Park ganz für uns allein.

Der Gonarezhou ist das Zuhause von über 10’000 Elefanten, die nicht an Fahrzeuge und Menschen gewöhnt sind. Es ist somit wichtig, hier immer genügend Abstand zu den Elefanten und Büffeln zu halten, da diese schnell panisch reagieren können. Auch wir kriegen eine Kostprobe davon ab. Neben der sehr ursprünglichen Tierwelt können wir im Park auch die markanten Chilo Cliffs bestaunen. Die Klippen überragen das flache Umland und der Ausblick von hier oben ist schlicht atemberaubend.

Nach zwei eindrücklichen Tagen im Gonarezhou fahren wir die Scenic Route entlang zum idyllischen «Lake Kyle». Hier besuchen wir bei Masvingo die Ruinen der sagenumwobenen, altertümlichen Stadt «Great Zimbabwe». Die heutige verfallene Ruinenstadt «Great Zimbabwe» war vom 11. bis zum 15. Jahrhundert florierender Mittelpunkt des Munhumutapa-Reichs und zeugt von dessen einstiger Grösse. Seinerzeit entstand ein 270 Hektar grosser Komplex aus prächtigen Zitadellen, einem 10 Meter hohen Keilturm und Steinhäusern, die nach der Trockensteintechnik ohne Mörtel mit Millionen von Steinen erbaut wurden. Heute gehört die archäologische Stätte zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist eine faszinierende Sehenswürdigkeit.

Unser nächstes Etappenziel liegt in der Nähe von Bulawayo. Der Matopos National Park gehört vor allem der imposanten Felsformationen und den schroffen Granitfelsen wegen zu den landschaftlich schönsten Gegenden Zimbabwes. Hier sind wir für zwei Nächte in der stilvollen Amalinda Lodge einquartiert. Die originellen Zimmer sind ausgezeichnet in die Gegend integriert und zwischen den unzähligen Granitfelsen versteckt.

Im Matobos lebt ein Grossteil der in Zimbabwe noch existierenden Nashörner, und auch wir haben das grosse Glück, ein Nashorn mit seinem Jungen beobachten zu können. Zudem kann man hier auch gut erhaltene Felsmalereien bestaunen. Die Region steht aufgrund der bedeutenden historischen Rolle für die Buschleute unter besonderem Schutz. Hier liegt inmitten der hügeligen Landschaft mit einer atemberaubenden Aussicht auf einer Anhöhe der Gründer von Rhodesien, «Cecil Rhodes», begraben.

Weiter geht unsere Reise in den Hwange Nationalpark. Mit fast 15’000 km² ist der Hwange das grösste Tierreservat des Landes. Das Gelände des Parks reicht von Savannenlandschaften, Wüstendünen und Mopanewäldern bis hin zu Felsvorsprüngen. Wir verbringen hier drei unvergessliche Tage im einzigartigen Somalisa Camp. Zuvorkommender Service, exzellentes Essen, ein grossartiges Team, wunderschöne Unterkünfte und ein äusserst romantisches Busch-Feeling zeichnen die Lodge aus. Sozusagen täglich kann man hier Elefanten beobachten, die sich am Elefanten-Pool erfrischen. Nur an wenigen Plätzen in Afrika kommt man den Tieren bis auf 2 Meter so nahe, während man auf einer Sonnenliege entspannt. Auch unser liebenswerter und fachkundiger Guide «Godwinn» zeigt vollen Einsatz und lässt nichts unversucht, um den Leoparden in den verwunschenen Wäldern rund um die Lodge für uns aufzuspüren. Gefunden haben wir den Leoparden zwar nicht, jedoch die Wildhunde und eine grosse Löwenfamilie mit 15 Tieren. Was für ein unvergessliches Spektakel.

Per Kleinflugzeug geht unsere Reise weiter zum Lake Kariba, einem der grössten Stauseen der Welt und ein beliebtes Reiseziel. Der See entstand in den 1950er Jahren, als sich der mächtige Zambezi staute, und er markiert über mehr als 200 km einer natürlichen Grenze zwischen Zimbawe und Zambia. Wir nächtigen hier nicht wie viele auf einem Hausboot, sondern verbringen entspannte Stunden bei fast schon kitschig schönen Sonnenuntergängen in der luxuriösen Bumi Hills Safari Lodge.

Ein paar Tage später besteigen wir erneut ein Kleinflugzug. Den Abschluss unserer Reise verbringen wir im neuen und stylischen «Nyamatusi Camp» im Mana Pools Nationalpark. «Cherish» und ihr Team kümmern sich ausgezeichnet um alle Gäste. Die Stimmung ist herzlich, es wird viel gelacht, getanzt und gesungen und nachts schleichen brüllende Löwen um unser Zelt.

Mana Pools trägt übrigens seinen Namen aufgrund der vier (Mana in der Sprache der Shona) grossen Lagunen (Pools), die sich während der Regenzeit mit Wasser füllen und auch in der Trockenzeit immer genügend Wasser für die Tierwelt bereit halten. Der Park wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt und ist eines der besten Wildbeobachtungsgebiete des Kontinents. Einige der sogenannten «Iconic Elephants» haben hier eine besondere und einzigartige Technik entwickelt. Der erfahrenste Elefantenbulle «Boswell» hat seinen Kameraden ein zirkusartiges Schauspiel gelernt. Die Bullen stellen sich auf die Hinterbeine und strecken sich in die Höhe, um an die besonders saftigen Blätter in den Bäumen zu gelangen. Auch eine Kanu-Tour zwischen unzähligen Flusspferden auf dem Zambezi zählt hier zu den absoluten Aktivitäten Highlights

Nach zwei erlebnisreichen Wochen heisst es Abschied nehmen von einem Land, dessen Natur, Tierwelt und Herzlichkeit der Bevölkerung uns tief berührt hat. Wer Zimbabwe in seiner ganzen Ursprünglichkeit und mit wenigen Touristen nach einer langen Zeit der politischen Instabilität erleben will, sollte jetzt eine Reise unternehmen. Das Land und vor allem die Bevölkerung haben es mehr als verdient!

Beratung

Janine Klaus-Mäder

Janine Klaus-Mäder

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