Home / Reiseberichte / Reisebericht: Tanzania – Afrika pur!

Reisebericht: Tanzania – Afrika pur!

Reisebericht von Janine Klaus-Mäder

Nachdem unser Deutschland Urlaub ins Wasser gefallen ist, haben wir uns kurzerhand entschlossen umzuplanen und eine Safari in Tanzania zu buchen. Diese spontane Idee sollte zu den besten Entscheidungen gehören, welche wir in diesem verrückten Jahr getroffen haben. Das tolle Panorama am Lake Natron, die fantastischen Tiererlebnisse, der Blick vom Kraterrand, das Brüllen der Löwen in der Nacht, der unvergessliche Sternenhimmel, die unendliche und einsame Steppe der Serengeti – das alles wird uns für immer in Erinnerung bleiben!

KLM bringt uns sicher und pünktlich nach Kilimanjaro. Wie wir feststellen, sind wir bei Weitem nicht die einzigen Touristen aus Europa, welche an diesem Donnerstagabend Ende Oktober in Tanzania ankommen. Neben dem Fiebermessen muss neu auch ein Gesundheitsformular ausgefüllt werden. Im Anschluss geht es weiter zum Visa-on-Arrival-Desk, wo wie üblich die Einreiseformalitäten erledigt werden.

Mit einem breiten Lachen und einem herzlichen «Karibu» (= seid Willkommen) nimmt uns unser Fahrer und Safari-Guide mit dem typischen tansanischen Namen «Hans» in Empfang. Hans hat sechs Jahre in Nürnberg gelebt und wie sich später herausstellt, werden wir auf unserer 11-tägigen Safari zum Lake Natron, der Serengeti, dem Ngorongoro Krater und dem Tarangire Nationalpark noch viel zusammen lachen und unterhaltsame Geschichten aus seinem Leben zu hören bekommen.

Nach der ersten Nacht in Arusha startet unsere Reise am nächsten Tag frühmorgens Richtung Lake Natron. Dieser liegt im Nordosten des Ngorongoro Kraters am niedrigsten Punkt des Great Rift Valley. Unterwegs steigen die Temperaturen stark an und die Landschaft wird schroffer. In den Monaten Januar bis März wird es hier unerträglich heiss und schon jetzt klettert das Thermometer auf 35 Grad. Die Hitze bekommen wir bei unserer ersten Reifenpanne schnell zu spüren. Zum Glück scheint Hans die Hitze nicht viel auszumachen, und nachdem der Reifen gewechselt ist, geht es weiter über die staubige und trockene Strasse Richtung Salzsee. Hier erhebt sich über dem Lake Natron majestätisch der Ol Doinyo Lengai Vulkan oder wie die Massai ihn nennen – der «Berg Gottes». Allein für den Anblick dieser sehr eindrucksvollen Vulkanlandschaft lohnt es sich hierher zu kommen.

Schon bei der Ankunft im Lake Natron-Camp hören wir von weitem das Federvieh. Das Algenmeer des Sees ist die Nahrungsgrundlage der Flamingos. Diese lieben die doch recht harschen Bedingungen dieser Gegend und finden hier eine wichtige Brutstätte. Auch unzählige Pelikane tummeln sich hier im Gewässer. Es ist ein grandioser Anblick.

Wir werden herzlich empfangen. Alle freuen sich, wenn Gäste kommen und wieder etwas Leben ins Camp einkehrt. Es stehen selbstverständlich überall Handwasch-Stationen und Desinfektionsmittel bereit und es gibt viel Platz und frische Luft. Die Hygiene wird übrigens nicht nur hier, sondern auch in den anschliessenden Unterkünften überall sehr ernst genommen und man merkt, dass sich die Leute hier nicht das erste Mal gegen Krankheitserreger wehren müssen.

Während unserer Zeit am Lake Natron unternehmen wir neben den Vogelbeobachtungen auch eine ausgedehnte Wanderung auf ein Hochplateau, baden bei einem idyllischen Wasserfall und geniessen romantische Sundowner.

Weiter geht die Reise über eine holprige Strasse und dünn besiedeltes Bergland Richtung Norden.
Über das «Kleins Gate» erreichen wir das wohl berühmteste Wildschutzgebiet der Welt – die Serengeti. Der von den Massai als endlose Ebene bezeichnete Nationalpark erstreckt sich über eine Fläche von fast 15’000 km2. Die verschiedenen Regionen der Serengeti unterscheiden sich teilweise deutlich voneinander. Während den Süden ausgedehnte Grassteppen mit vereinzelten Bäumen dominieren, ist der zentrale Teil eine flache Savanne, die fast keinerlei Baumbestand aufweist. Je weiter man nach Norden vordringt, desto hügeliger wird es.

Wir übernachten im komfortablen Kaskaz Mara-Camp, welches nicht weit vom Mara Fluss gelegen ist. Abends am Lagerfeuer versuchen wir mit Hilfe des fröhlichen Camp-Mitarbeiter Ekra unseren äusserst limitierten Swahili Wortschatz etwas aufzufrischen. Wie wir feststellen, ist dies auch nach mehrmaligen Tanzania-Reisen kein leichtes Unterfangen.

Während unserer Zeit im Norden der Serengeti haben wir die Möglichkeit bei spannenden Pirschfahrten Gnu- und Zebraherden, Elefanten, Hyänen, Löwen und viele weiteren Tiere in freier Wildbahn zu beobachten. Auch können wir mit Geduld und etwas Glück einer imposanten Gnu Flussüberquerung beiwohnen: ein absolut spektakuläres und ganz besonderes Naturerlebnis. Auf der Suche nach Wasser und Weideflächen durchqueren jährlich Millionen von Gnus, Zebras und andere Herdentiere, die gesamte Serengeti vom Süden nordwärts bis in die Massai Mara Region in Kenia und wieder zurück und folgen dabei instinktiv dem Regen. Vor der Überquerung gruppieren sich die riesigen Gnus Herden am Mara-Fluss. Die Tiere sind sich bewusst, dass die Flussüberquerung eine ernsthafte Herausforderung darstellt. Das Ufer ist steil, der Wasserstand niedrig und selbst eine wilde Herde schreckt die Krokodile nicht immer ab. Diese bringen sich in Stellung und hoffen auf reiche Beute. Zu diesem Zeitpunkt sind die Naturgesetze hautnah spürbar – nur der Stärkere überlebt.

Normalerweise tummeln sich hier in der Hochsaison am Fluss neben den Gnus auch unzählige Fahrzeuge mit Touristen, die das Spektakel unter keinen Umständen verpassen wollen. Nicht so in diesem Jahr. Auf dieser Reise können wir die wartenden Fahrzeuge an einer Hand abzählen, und somit können wir dieses einzigartige Erlebnis in Ruhe geniessen.

Nach einer langen und erneut holprigen Fahrt erreichen wir im Anschluss die Zentral Serengeti. Hier übernachten wir im Serengeti View Camp. Auch hier verbringen wir die nächsten Tage mit Tierbeobachtungen. Das Nashorn, welches kurz vor unserer Ankunft noch gesichtet wurde, bleibt leider gut versteckt; dafür erspähen wir auf einem Felsvorsprung einen Leoparden.

Unser nächstes Etappenziel ist die Ngorongoro Conservation Area. Dieses Schutzgebiet wurde Ende der 50er Jahre im Zusammenhang mit einer ökologischen Studie des deutschen Zoologen Bernhard Grzimek gegründet. Er wurde bekannt durch seinen Dokumentarfilm «Serengeti darf nicht sterben». Die Ngorongoro Conservation Area umfasst sehr unterschiedliche Lebensräume: dichten Gebirgswald, offenes Grasland, Buschland und Heidelandschaften. Dominiert wird das Areal jedoch vom Ngorongoro-Krater, dem grössten Kraterkessel der Welt, in dem ganzjährig etwa 25’000 Tiere leben, darunter Löwen, Elefanten, Gnus, Zebras und über 600 Hyänen.

Mit einem Ranger unternehmen wir am Kraterrand eine ca. 2 stündige Walking Safari, bei welcher wir viel interessantes über die Flora und Fauna sowie die Massai-Kultur lernen. Wir sind begeistert vom Blick auf den Krater mit seinen rund 30 Kilometern Durchmesser, der sich uns von einem Aussichtspunkt auf dem rund 2’300 Meter hohen Kraterrand bietet. Ein unwirklicher Ausblick auf eine surreal erscheinende Landschaft, die weit unter uns liegt. Wüsste man es nicht besser, so könnte man fast meinen, man sei auf einem fernen Planeten gelandet.

Auf dem Ausflug in den Krater am nächsten Tag hoffen wir erneut eines der hier lebenden Nashörner anzutreffen, aber auch hier will sich keines der imposanten Tiere blicken lassen. Auch hier fahren im Normalfall unzählige Safarifahrzeuge herum, jedoch sehen wir auch jetzt nur wenige Autos mit Touristen. So geniessen wir auch hier einmalige Tiererlebnisse in absoluter Ruhe – phänomenal.

Nach der erlebnisreichen Safari im Krater kehren wir in die Plantation Lodge zurück. Eine äusserst charmante Anlage, welche von der Besitzerin Renate und ihrem Team mit viel Herzblut und Liebe geführt wird.

Den Abschluss unserer Safari verbringen wir im Tarangire Nationalpark. Trotz der lästigen
Tsetse-Fliegen, welche hier anzutreffend sind, gehört der Tarangire mit seiner einzigartigen Landschaft und den unzähligen Baobab Bäumen zu einem weiteren Highlight einer jeden Tanzania Reise. Hans hat heute Geburtstag und freut sich riesig über unser Geburtstagsgeschenk, ein Schweizer Sackmesser. Wir geniessen im Flussbett vor dem Tarangire View Camp bei Kerzenschein unseren letzten Safari Abend in einer fröhlichen Runde, bei guten Gesprächen, kühlen Drinks und einem leckeren Abendessen.

Nach einer letzten Pirschfahrt am nächsten Morgen geht es zurück nach Arusha. Um die Zeit bis zum Abflug am Abend etwas angenehmer zu gestalten, haben wir ein Tageszimmer in der African View Lodge gebucht. Ausgeruht bringt uns Hans am Abend pünktlich zum Flughafen, wo wir uns schweren Herzens von ihm und Tanzania verabschieden müssen. Es heisst Maske anziehen und Fiebermessen, bevor wir die Check-In Halle betreten dürfen. Auch der Rückreise funktioniert reibungslos und wir landen mit Sack und Pack gesund und glücklich wieder in Zürich.

Diese Reise nach Tanzania bleibt einmalig und unvergesslich und uns wird einmal mehr bewusst, das Reisen den Horizont erweitert. Wer die Perspektiven wechselt, entdeckt Unverhofftes. Auch in Zeiten von Corona.

Beratung

Janine Klaus-Mäder

Janine Klaus-Mäder

Haben Sie Fragen zu diesem Reiseziel? Ich berate Sie gerne persönlich oder telefonisch: +41 (0) 58 702 65 51