Reisebericht: «Malawi – The Warm Heart of Africa»

Reisebericht von Janine Klaus-Mäder

Als wir mitteilten, dass wir im Urlaub nach Malawi reisen würden, da war die erste Reaktion «Warum?» und danach «Wo liegt das?», schnell gefolgt von «wie steht es um die Sicherheit?»

Die Antwort auf die Fragen sind einfach: erstens «Warum nicht Malawi?»; zweitens „es liegt nur zwei Flugstunden nördlich von Südafrika entfernt, wo jeweils tausende von Schweizern ihren Urlaub verbringen“ und drittens «Ja, es ist sicher».

Der Grund, warum wir uns Malawi als Feriendestination ausgesucht haben, ist jedoch die Liebe zum Unbekannten und dem Ursprünglichen. Wir wollten ein für uns neues Land mit einem komplett anderen Kulturkreis entdecken, und wir wurden nicht enttäuscht. Die Teeplantagen, die Safari Region Majete und Liwonde, das Zomba Plateau, der atemberaubende See und die wunderbaren Menschen machen Malawi abseits der grossen Touristenströme zu einem unvergesslichen Land, das begeistert.

Zusammen mit unseren Freunden brechen wir via Johannesburg zu unserem Malawi Abenteuer auf. Nach einer langen Reise übernehmen wir in Blantyre unseren 4×4 Mietwagen und fahren im Dunkeln durch die belebte Stadt zu unserer ersten Unterkunft, der Leslie Lodge. Unser Urlaub kann beginnen.

Am nächsten Tag geht es los Richtung Majete Game Reserve. Der Weg führt uns vom Hochplateau über eine gut ausgebaute Strasse hinunter zum Shire River, den Fluss, der uns fast auf der ganzen Reise begleiten wird. Prompt begegnen wir kurz nach dem Parkeingang bereits schon den ersten Löwen. Ein weiteres Highlight folgt nach der Ankunft. Menschen und Waren können nur über eine lange Hängebrücke ins tolle Mkulumadzi Camp gelangen. Was für uns schon ohne Gepäck eine wackelige Angelegenheit ist, bewerkstelligen die Angestellten ohne Schwierigkeiten und zwar mit dem Gepäck auf dem Kopf. In diesem landschaftlich sehr schönen Game Reserve, welches von African Parks geleitet wird, wurden in den letzten Jahren viele Tiere umgesiedelt. Es gilt als Big Five Game Reserve. Da der Park aber dicht bewachsen ist und es zu dieser Jahreszeit auch noch hohes Gras hat, sind die Sichtungen schwierig. Vor allem die Spitzmaulnashörner, die gerne im dichten Busch leben, suchen wir leider vergebens.

Weiter geht die Reise nach Thyolo zum Satemwa Tea Estate. Alle empfehlen uns den Weg zurück über Blantyre Richtung Thyolo zu fahren. Da wir aber einen extra grossen 4×4 Wagen gemietet haben, einigen wir uns, dass wir den Weg über eine holprige Landstrasse ausprobieren wollen. Im Süden Malawis sind die meisten Hauptstrassen geteert, sobald man aber abseits fährt, werden diese zu schmalen Erd- und Steinstrassen. Als Selbstfahrerland ist Malawi nur bedingt empfehlenswert. Man sollte schon mehrfach in Afrika selbst gefahren sein, da die Verkehrs- und Menschendichte in den Dörfern enorm ist und es abseits der Strassen eher anspruchsvoll wird. Für weniger abenteuerlustige Reisende kann als Alternative selbstverständlich aber auch ein privater Fahrer organisiert werden.

Ständig hat man das Gefühl, alle Malawer sind zu Fuss oder mit dem Fahrrad unterwegs. Man kommt dadurch aber sehr nahe an die Bevölkerung heran. Die meisten schauen uns lächelnd an, winken oder halten den Daumen hoch. Die Kinder springen unserem Auto hinterher und rufen uns «Azunga» zu. Der Begriff aus den Bantusprachen wird in der Gegend der Afrikanischen grossen Seen benutzt, um damit Menschen europäischer Abstammung zu bezeichnen. Wörtlich übersetzt bedeutet es jedoch «jemand der ziellos herumwandert». Wir jedoch haben ein Ziel und die Strecke über die Berge ist ein absolutes Highlight. Wir sehen, wie überall Mais und Gemüse angepflanzt wird und dann auf einmal sehen wir nur noch Teefelder, soweit das Auge reicht. Kurz vor unserer Unterkunft passiert dann noch ein Missgeschick. Ein Stein ragt in die Fahrbahn und wir schlitzen uns den vorderen Reifen auf. Eigentlich kein grosses Problem, wäre der richtige Gabelschlüssel im Werkzeugkasten, um die Reserveradabdeckung abzunehmen. Auch dies gehört zu Afrika.

Am nächsten Morgen ist es wolkenverhangen und regnerisch. Trotzdem gehen wir zu Fuss zur Tea Factory. Nach der informativen Besichtigung findet eine unterhaltsame Teeverkostung statt. Im Anschluss geniessen wir ein leckeres Mittagessen auf unserer Terrasse im Huntington House und zum Sonnenuntergang fahren wir auf den Berg zu einem wunderbaren Picknickplatz. Hier geniessen wir bei einem Gin & Tea die unglaubliche Aussicht über die bis an den Horizont reichenden Teefelder.

Dank der kurzen Tagesetappe können wir uns auf dem Weg zu den Mulanje Bergen Zeit lassen und wiederum die schöne Landschaft geniessen. Wir bemerken, dass in Malawi bald gewählt wird. Überall wird Wahlkampf betrieben. Hier im Süden wird dieser von der Regierungspartei beherrscht, was man daran erkennt, dass sehr viele Leute mit blauen T-Shirts und Mütze herumlaufen.

In der Mulanje Gegend besichtigen wir die Likhubula Wasserfälle. Am Eingang des Nationalparks müssen wir ein dreiseitiges Formular ausfüllen und werden von mehr als 10 Guides bedrängt, die uns alle zu den Fällen führen wollen. Wir bezahlen die Eintrittsgebühr und werden vom Park Ranger informiert, dass wir mindestens einen Führer, besser zwei, mitnehmen müssen, da es ansonsten zu gefährlich sei. Wir einigen uns auf einen und verhandeln den Preis mit ihm im Auto. Wir stellen dann fest, dass es überhaupt nicht gefährlich ist. Jedoch sind die Pfade nicht ausgeschildert, sodass man den Weg alleine schlichtweg nicht finden würde.

Das nächste Etappenziel ist Zomba. Auch hier führt uns der Weg über Erdpisten durch viele lebhafte Dörfer. Die Bewohner scheuen keinen Kontakt zu den Besuchern, sie kommen auf einem zu und möchten reden. Es kann auch vorkommen, dass sie unsere helle Haut berühren möchten, um herauszufinden, ob sich das vielleicht anders anfühlen könnte. Es ist auch interessant zu beobachten, was man alles auf einem Fahrrad transportieren kann: Menschen, meterlange Zuckerrohrstangen, Ziegen, Holz, Holzkohle und Kanister; nun weiss ich auch, woher die Malawer ein so gutes Gleichgewicht haben.

Nach der zeitintensiven Suche nach einem Ersatzrad erwartet uns auf dem Zomba Pleateau die einfache aber äusserst herzlich geführte Zomba Forest Lodge. Die Zufahrt ab Zomba ist schmal und bietet immer wieder herrliche Ausblicke ins Tal. Petal und Tom, die englischen Besitzer der Lodge, bieten einen sehr persönlichen Service und eine ausgezeichnete Küche. Wir fühlten uns in der idyllisch gelegenen Lodge im Wald auf dem Berg sofort wie zu Hause. Abends erhellen Paraffinlampen und Kerzen die Lodge, was uns an eine Alphütte erinnert.

Gerne hätten wir noch etwas mehr Zeit zum Wandern auf dem Plateau verbracht, aber es wartet bereits ein nächstes Highlight auf uns, der Liwonde Nationalpark. Hier werden wir mit dem Boot zur luxuriösen und wunderschön gelegenen Kuthengo Lodge gefahren. Auch hier versuchen wir unser Glück, Nashörner aufzuspüren. In diesem grossen Park ist aber auch das fast aussichtlos, und so erfreuen wir uns über die unheimlich vielen Flusspferde, Wasserböcke, Impalas, Vögel sowie eine phänomenale Geräuschkulisse.

Nach den schönen Safaritagen geht die Reise weiter nach Cape Maclear am Malawi See. Unsere Unterkunft «Pumulani» liegt spektakulär erhöht an einem Hügel und die Aussicht über den See ist schlicht traumhaft. Hier geniessen wir einen relaxten Tag auf dem Boot, beim Schnorcheln mit den vielen bunten Fischen und einmaligem Sonnenuntergang.

Zum Abschluss unserer Reise fliegen wir im Kleinflugzeug in die nördlichen Region des Malawi Sees. Nach der Landung auf Likoma Island geht es im offenen Land Cruiser über die Insel und «wow», hier erwartet uns das Paradies. Kaya Mawa liegt idyllisch zwischen zwei Sandbuchten und erinnert uns von der Einrichtung her an den Film «Mamma Mia». Die romantischen Chalets sind perfekt in die Natur eingebettet und bieten viel Privatsphäre. Jede der Unterkünfte ist einzigartig und wunderschön mit lokalen Materialien dekoriert. Die einmalige Lage, die Ruhe und der schöne Strand lassen einem die Zeit komplett vergessen. Wir geniessen die Tage mit Faulenzen, Baden, Schnorcheln, einer Fahrradtour über die Insel und abends lassen wir uns bei Kerzenschein am Stand vom hervorragenden Küchenteam verwöhnen. Schöner könnte eine Reise nicht ausklingen und wir verlassen Malawi mit Erinnerungen an magische Momente, inspirierende Menschen und wunderschöne Ausblicke.

 

 

 

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Janine Klaus-Mäder

Janine Klaus-Mäder

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