Reisebericht: Ladakh – Land der hohen Pässe

Reisebericht von Janine Klaus-Mäder

Swiss und Jet Airways brachten uns nach Leh, Ladakhs Hauptort. Leh liegt auf einer Höhe von 3500 m ü. M. inmitten einer grossartigen Bergkulisse. Das Stadtzentrum ist klein. Auf der Main Bazaar Road, wo sich Souvenir Shops, unzählige Geschäfte, Reiseagenturen und Gemüsestände aneinanderreihen, geht es sehr belebt zu und her. Hier werden auch Meditationen, Yoga und diverse Trekkingtouren angeboten und überall wehen Gebetsfahnen. Über der Stadt thront der neunstöckige, baufällige Königspalast. Aber Achtung! Wer kurz nach der Ankunft in Leh hinaufsteigen will, dem geht angesichts der Höhe sehr schnell die Puste aus.

Nach der Ankunft fahren wir zuerst einmal in unser erstes Shakti Village House in Nimo, wo uns mit einem zurückhaltenden, aber sehr herzlichen Lächeln unser Guide Prabal empfängt. Unsere «Hotels» sind sorgsam restaurierte Dorfhäuser, die durch ihre Liebe zum Detail und Einzigartigkeit begeistern.

Die Berge dieser Region sind bis zu 7500 m hoch. Kein Wunder, dass Ladakh als Trekkingparadies gilt. Auch wir wollen während unserer Reise aktiv sein und schnell wird klar, dass die kommenden Tage aber auch sonst viel Abwechslung mit religiösen sowie kulturelle Impressionen für uns bereithalten werden. Erst einmal nehmen wir aber alles ganz langsam in Angriff, damit sich unser Körper gut an die Höhe akklimatisieren kann.

Aufgrund der Ähnlichkeit der Kultur wird Ladakh auch «Klein-Tibet» genannt. Besonders deutlich wird das in den buddhistischen Klöstern. Wir besuchen während unserem Aufenthalt viele dieser sogenannten Gompas. Auch der Besuch einer Puja (Gebet am früheren Morgen) in der Thiksey Monastery darf nicht fehlen. Das Gebet wird morgens um 6 Uhr von den Mönchen mit tibetischen Hörnern (Dungchen) angekündigt. Die roten Roben flattern im Wind und alle sind bereits fleissig murmelnd mit ihren Gebetsketten «Mala» ihre Mantras am Rezitieren.

Ein ganz besonderes und unvergessliches Erlebnis in Ladakh ist der Besuch eines buddhistischen Festivals. Die Termine richten sich nach dem tibetischen Mondkalender und unterscheiden sich von Jahr zu Jahr. Während unserer Reise hatten wir das Glück, das Hemis Festival miterleben zu dürfen. Dafür werfen sich die Mönche in farbenfrohe Gewänder und führen zu ritueller Musik zeremonielle Maskentänze auf, um damit den Guru Rinpoche zu ehren. Ein wahrhaft farbenfrohes Spektakel.

Unsere Reise brachte uns weiter ins Nubra-Tal. Gäbe es die Flüsse Nubra und Shyok nicht, würde es wahrscheinlich nur aus einer Wüste bestehen. Auf einer abenteuerlich schmalen, kurvigen und nicht mehr enden wollenden Bergstrasse schlängelten wir uns zusammen mit unzähligen Motorradfahrern, Autos und Militärlastwagen über die angeblich höchst dauerhaft befahrende Strasse der Welt, den Khardung La (5359 m ü. M.). Immer wieder starren wir aus dem Autofenster und sind begeistert von der Landschaft.

Für Nubra sowie weitere grenznahe Gebiete wird eine extra Reisegenehmigungen benötigt, um welche sich in unserem Namen die Reiseagentur nach Ankunft kümmert. Die starke Militärpräsenz fällt auch im Nubra-Tal auf, so wie überall in Ladakh. Zu gross ist die Angst vor pakistanischen oder chinesischen Eindringligen an den geschlossenen Grenzen. Aber unsicher fühlen wir uns kein einziges Mal.

Während unserem Aufenthalt im Nubra-Tal übernachteten wir im Zelt mit «Glamping Charakter». Wir besuchten die Dünen von Hunder und den Ort Diskit, dessen Gompa mit einer überdimensionalen Statue des «Buddha der Zukunft» begeistert. Ein sehr besonderes Erlebnis ist auch der Besuch des 250 Jahre alten Ensa Klosters. Hier leben nur noch zwei Mönche in absoluter Abgeschiedenheit, weit oben am Berg, auf einem Felsvorsprung mit fantastischer Aussicht.

Nach einer langen Autofahrt über den naturbelassenen Wari La (5312 m) zurück ins Leh Valley erwartete uns am nächsten Tag eine fabelhafte River Rafting Tour durch den grandiosen Zanskar Canyon mit anschliessendem Picknick im schattigen Aprikosenhain.

Ein einzigartiger Abstecher führte uns zur Changtang-Hochebene. Sie liegt auf einer Höhe von rund 5000 m ü. M. und stellt die höchste, dauerhaft von Menschen besiedelte Region der Welt dar. Wir überqueren den Taglang La (5328 m), fahren an Salzseen vorbei und schauen den unzähligen Murmeltieren zu, welche sich auf den Steinen sonnen. Auch wilde Esel gibt es in dieser abgelegenen Region. Viele Nomaden mit Kaschmir-Ziegenherden kreuzen unseren Weg und wir halten immer wieder an, um die aussergewöhnliche Aussicht auf die Berge zu geniessen.

Am späten Nachmittag treffen wir in Korzok ein. Die einzige Siedlung am Tso Moriri liegt auf 4600 m Höhe und wirkt verschlafen. Es gibt hier einzig ein Kloster, einige Läden, und einen Aussichtspunkt. Für Touristen stehen Zeltunterkünfte bereit. Vor uns liegt der strahlendblaue See und dahinter erheben sich die mächtigen schneebedeckten Berge. Die Region gilt als beliebter Start- oder Endpunkt von mehrtägigen Trekkingtouren, welche zurzeit von der Regierung jedoch leider gesperrt sind.

So haben wir uns als Alternative für eine 2-Tages Trekking Tour im Hemis Nationalpark entschieden. Das Gelände des Parks ist durch imposante Schluchten, Felsformationen und Bäche gekennzeichnet und eignet sich als beeindruckende Trekkingstrecke für verschiedene Schwierigkeitsansprüche. Unsere Wanderung führte uns von Sumdo über den Chogdo Pass nach Shang. Neben dem Schneeleoparden leben im Hemis Nationalpark ausserdem Blauschafe, sibirische Steinböcke, Riesenwildschafe (Argalis), Steppenschafe (Ladakh-Urials) und sehr seltene asiatische Wildhunde sowie eurasische Braunbären und tibetanische Wölfe. Abgesehen von den Blauschafen haben während unserem Trekking keine weiteren Tiere unseren Weg gekreuzt, aber die karge und trockene Landschaft war auch ohne Tiere imposant. Abends im Zelt wird es merklich kalt, zum Glück liegen Wärmeflaschen für uns im Schlafsack bereit.

Zurück im Shakti Village River House hatten wir das Vergnügen uns mit dem ladakhischen Mönch Chamba zu unterhalten. Was lernen Mönche in der Schule? Warum ist die Robe der Mönche rot und wie kommt man dazu schon als Kind im Kloster zu leben, waren nur einige der vielen Fragen, die uns auf der Zunge brannten und alle mit einem breiten Lächeln von Chamba beantwortet wurden.

Das Leben und Denken der Menschen im Himalaya ist ein kompletter Gegensatz zu unserer Kultur. Wir hatten während dieser Reise die Möglichkeit ein Stück Alltag mit den Menschen vor Ort zu teilen und unvergessliche persönliche Kontakte zu knüpfen. Lassen auch Sie sich verzaubern von diesen einzigartigen Landschaften und liebenswerten Menschen. Nehmen Sie sich Zeit zum Geniessen in grossartiger Stille. Eine ungewöhnliche und faszinierende Reisekombination aus purer Natur und Kultur erwartet Sie!

 

 

Beratung

Janine Klaus-Mäder

Janine Klaus-Mäder

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