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Reisebericht: Japan – Das Land der aufgehenden Sonne

Reisebericht von Esther Ziegler

Ich hatte schon immer einmal den Wunsch, Japan zu bereisen, und nun wurde er Wirklichkeit.
Wieso Japan? Japan ist in vielerlei Hinsicht etwas Besonderes: sei es die Höflichkeit der Japaner, das Essen oder die Natur mit den traumhaften Gärten. Diese teilweise sehr alten und geheimnisvollen Gärten blühen zu den verschiedensten Jahreszeiten in den schönsten Farben. Besonders spektakulär zeigt sich dies bei der Kirschblüte im Frühling oder im Herbst, dem sogenannten «Indian Summer». Gerne nehme ich Sie mit auf meine Reise durch das kontrastreiche und vielseitige Japan.

Konnichiwa – «Guten Tag» in Japan

1. Tag
Nach einer fast 12-stündigen Flugreise sind wir alle wohlauf am Flughafen «Tokyo-Haneda» angekommen. Die Reiseleitung und unser Buschauffeur erwarteten uns bereits. Gleich ging es los auf unsere erste Entdeckungstour in der über 9 Millionen Einwohner grossen Metropole. Als Einstieg besuchten wir den «Meiji-Schrein», welcher in einem weitläufigen Park eingebettet ist. Dieser Schrein symbolisiert die starke Verbindung des Kaiserhauses mit dem Shintoismus, der alten Naturreligion Japans. Doch kaum haben wir den Schrein verlassen, finden wir uns bereits in der Hektik der Metropolo wieder. Diese Kontraste sind typisch für Tokyo. Nachdem wir im Hotel «Keio Plaza» unsere Zimmer bezogen haben, hatten wir ein paar Minuten Zeit für uns, um die ersten Eindrücke zu verarbeiten. Nach der kurzen Verschnaufpause erwartete uns die Reiseleitung auf einem Spaziergang durch das spannende Quartier rund um das Hotel. Die Kulinarik durfte, wie überall auf der Welt, natürlich auch hier nicht fehlen und wir probierten zum ersten Mal die «Udon Nudeln», im Restaurant «Itteki Hassenya». Mhmm, ist das lecker.

2. Tag
Nachdem wir gut geschlafen und uns mit einem westlichen Frühstück gestärkt hatten, ging es weiter auf Entdeckungstour durch Tokyo. Heute erwartete uns eine ganztätige City Tour. Wir besuchten das «teamLab Borderless», das weltweit erste Digitalmuseum, welches sensationelle Lichteffekte bietet. Anschliessend fuhren wir in das Stadtviertel «Ginza», wo viele elegante Boutiquen und exklusive Warenhäuser, Restaurants und Kunstgalerien auf uns warteten. Weiter ging es in den traditionellen Stadtteil «Asakusa», wo wir uns unter die Gläubigen im «Kannon-Tempel» mischten. Das buddhistische Heiligtum ist der Göttin der Barmherzigkeit geweiht. Unser Weg führte uns weiter über die belebte Ladenstrasse «Nakamise-dori» und durch das Donnertor mit seiner 750kg schweren Laterne. Hier steht das wohl bekannteste Fotomotiv Tokyos, ein 3,30m hoher und 100kg schwerer Lampion.

Nach unserem erlebnisreichen Tag mit vielen Highlights ging es ins exklusive und wunderschöne Hotel «Aman Tokyo», wo wir die nächste Übernachtung verbringen werden. Das Abendessen genossen wir im gediegenen Hotel Peninsula. Nach so vielen Eindrücken blieb am Schluss schwer zu sagen, was nun der grösste Höhepunkt dieses Tages war.

3. Tag
Heute verabschieden wir uns von Tokyo. Die Zeit war kurz, aber intensiv und es bleiben viele unvergessliche Erinnerungen. Das nächste Erlebnis wartet bereits auf uns. Es geht mit dem Hochgeschwindigkeitszug «Shinkansen» in nur 90 Minuten von Tokyo nach Nagano. Viele kennen die Stadt als Austragungsort der Olympischen Winterspiele im Jahre 1998. Hier gingen wir auf die Suche der Makaken-Affen. Diese befinden sich im Jigokudani Monkey Park. Hier sehen wir, wie die Affen in den heissen Quellen baden. Was für ein unterhaltsames Schauspiel. Da das Wetter eher feucht ist und wir uns langsam auch auf ein heisses Bad freuen, geht es weiter in die heissen Quellen «Onsen» in unserem Ryokan «Yorozuya». Ein Ryokan ist ein traditionelles japanisches Hotel. Die minimalistisch gestalteten Zimmer mit Schiebewänden sind mit weichen Tatami-Matten aus Stroh ausgelegt.

Ein japanisches Sprichwort besagt, dass ein Onsen alles in der Lage ist zu heilen, nur Liebeskummer nicht. Und so dienen die heissen Quellen Japans, nicht nur der Entspannung, sondern auch der Heilung von Krankheiten, je nach der Zusammensetzung des Wassers.

4. Tag
Gut ausgeruht starten wir den nächsten Morgen mit einem traditionell japanischen Frühstück.
Dieses besteht aus Reis, Suppe sowie verschiedene warme und kalte Fisch- und Gemüsebeilagen. Was vielleicht zunächst einmal gewöhnungsbedürftig klingt, ist eine leckere Variante, um fit und munter in den Tag zu starten.

Weiter geht unsere Reise mit dem Hochgeschwindigkeitszug nach Kanazawa, die Stadt zwischen «Alpen» und Meer. Kanazawa wurde in den letzten 300 Jahren unter der Herrschaft der Maedas von Kriegen und Naturkatastrophen verschont, so dass Kultur, Literatur, Theater und Gartenkunst wachsen konnten. Aufgrund dessen finden wir hier den grössten der drei berühmtesten Gärten Japans. Mit Teichen, Wasserfällen und etwa 12000 Bäumen ist der «Kenrouken-Garten» ein wunderbares Beispiel für die hohe Kunst des japanischen Gartenbaus. Die Übersetzung für «Kenroku» ist die vereinigten Sechs. Damit sind die klassischen Kriterien eines chinesischen Gartens gemeint: Abgeschlossenheit, Weitläufigkeit, Künstlichkeit, Altertümlichkeit, Wasser und weite Sicht. Nach dieser Gartenpracht führt uns der nächste Besuch ins «Higashi-Chaya» Viertel. Hier erleben wir verschiedene Künstler- und Handwerk-Betriebe. Zum Abschluss unseres Tages führt uns der Weg ins Samuarai Viertel «Nagamachi». Mit seinen gewundenen Gassen und Kanälen denkt hier gleich jeder von uns an den bekannten Hollywood-Film «The Last Samurai».

5. Tag
Heute geht unsere Reise per Expresszug weiter nach Kyoto. Da die Fahrt etwas länger dauert und wir nach Ankunft gleich auf Besichtigungstour gehen, nehmen wir das Mittagessen, ganz traditionell wie die Japaner, als «Bento Box» im Zug ein. Die Auswahl der «Bento Boxen» in den Geschäften am Bahnhof Kanazawa ist riesig. Die Wahl wird eher zur Qual. Doch am Schluss hat jeder seine Box und wir sitzen glücklich und zufrieden im Zug und tauschen unseren Lunchboxen untereinander aus.

Nach Ankunft in der der ehemaligen Kaiserstadt Kyoto erwartet uns bereits der Reiseleiter. Die Stadt ist das kulturelle Zentrum des Landes und auch geschichtlich sehr bedeutend. Von 794 bis 1869 war sie Sitz des kaiserlichen Hofes von Japan. In der Stadt befinden sich ca. 1600 buddhistische Tempel, 400 Shintō-Schreine, mehrere Paläste und Gärten, da sich jeder Kaiser seine eigenen baute. Zahlreiche dieser Bauwerke sind zum Weltkulturerbe ernannt worden. Wir besuchen den «Fushimi-Inari-Schrein» mit seiner endlosen Schreintor-Galerie, die zum Spaziergang einlädt. Es ist ein Erlebnis; optisch, spirituell und sportlich. Rund 10’000 rote Torii säumen den Weg zum Gipfel des Inari-Bergs, zu dem ein mehr als 4 km langer und teilweise steiler Pfad hinaufführt. Mit müden Beinen, aber erfüllt, geht es weiter zum nächsten Erlebnis. Wir besuchen «Machiya», die traditionellen japanischen Stadthäuser. Sie sind ein Stück Geschichte und gehören zu Kyotos einzigartigem kulturellen Erbe. Heute besteht die Möglichkeit solche Häuser für den Aufenthalt in Kyoto zu mieten. Wir übernachten im Hotel «The Thousend Kyoto».

6. Tag
Heute erkunden wir die Kulturhauptstadt auf eine andere Art und Weise: mit dem Fahrrad und dabei lernten wir unbekannte Gesichter dieser facettenreichen Stadt kennen. Gemächlich fahren wir vorbei an Tempeln, Schreinen und traditionellen Quartieren. Auch ein Besuch des «Gion» Viertel darf nicht fehlen, das Zentrum der Geisha-Kultur. Nach der Fahrradtour wartet ein nächstes Highlight auf uns. Wir geniessen ein genüssliches Mittagessen im Hotel «Aman Kyoto». Das Haus liegt eingebettet in einen wunderbaren natürlichen Park. Es ist eine Oase der Ruhe und wir sind alle begeistert. Nach dem Mittagessen geht es weiter zum «Kiyomizu-Tempel», von dort geniessen wir den prächtigen Ausblick auf die Stadt Kyoto. Anschliessend flanieren wir durch die wunderbaren Strassen «Ninenzaka» und «Sannenzahka» mit seinen kleinen und feinen Geschäften. Man fühlt sich hier wie in einem anderen Jahrhundert.

Am Abend geniessen wir in Begleitung einer Maiko ein traditionelles Abendessen in einem Ryokan.
Eine Maiko ist eine angehende Geisha. Sie serviert uns das typische Kaiseki-Abendessen und sorgt mit dezenter Unterhaltung (Gesang oder einem Spiel), für eine authentische japanische Atmosphäre. Wir sind alle begeistert und staunen, wie offen die Maiko über sich und Ihre Wahl zur Ausbildung einer Geisha uns Rede und Antwort steht.

7. Tag
Heute geht unsere Reise weiter nach Koyasan. Dies ist zweifellos der geheimnisvollste der heiligen Berge Japans. Wir erleben einen unvergesslichen Tag in spiritueller Atmosphäre, denn die Siedlung Koyasan wird vorwiegend von Mönchen besiedelt. Es hat mehr als 110 aktive Tempel und es ist das einflussreichste Zentrum der buddhistischen Shingon-Lehre. Nach Ankunft besichtigen wir zuerst den «Okunion», Japans berühmtester Friedhof mit uralten Gräbern und gewaltigen Zypressen. Anschliessend geht es weiter zum «Danjo Garan-Tempe», dem «Kogobuji-Tempel» und das Reihoukan Museum. Wir sind alle überwältigt von so viel mystischer Kultur. Hier übernachten wir nach einem erneut traditionellen Abendessen im Kloster.

8. Tag
Nach einem unvergesslichen Aufenthalt in Koyasan geht es heute weiter nach Osaka, unserem letzten Reiseziel. Wir erreichen Osaka nach einer zweistündigen Busfahrt. Osaka liegt am Meer und wird auch die geschäftstüchtigste Stadt Japans genannt. Sicherlich ist sie architektonisch nicht die eindrucksvollste Stadt. Dafür ist sie unkonventionell, frech, hip und immer lauter als die Konkurrenz. Doch bevor wir in das quirlige Osaka eintauchen, besichtigen wir das Wahrzeichen der Stadt, die prächtige Burg von Osaka. Auf dem Rundgang durch den Kuonon-Markt, welcher sich über eine Länge von 600 Metern erstreckt, stimmen wir uns auf das Mittagessen ein. Nach einer kurzen Pause in unserem Hotel Hilton treffen wir uns zum letzten Abenteuer auf unserer Japan Reise. Wir gehen auf eine «Food-Tour» in die lebhafteste Gegend Osakas, dem schillernden «Dontonbori» Viertel. Das Viertel bewegt und lebt. Hier sieht man die Japaner flanieren. Am schönsten ist es diese Gegend am Abend zu erleben. Erschöpft und aufgewühlt von den vielen Eindrücken fallen wir ins Bett.

9. Tag
Alles geht einmal zu Ende – somit heisst es heute Abschied nehmen von einer unbeschreiblich schönen Studienreise. Mit dem Erstflug von Swiss geht es von Osaka zurück nach Zürich-Kloten. Ich bin dankbar für diese tolle Zeit und die zahlreichen unvergesslichen Eindrücke. Japan, ich komme wieder!

Beratung

Esther Ziegler

Esther Ziegler – Reiseexpertin

Haben Sie Fragen zu diesem Reiseziel? Ich berate Sie gerne persönlich oder telefonisch: +41 (0) 58 702 65 51