Reisebericht: Falklandinseln, Südgeorgien und Antarktis

Reisebericht von Regula Zeller

Eine Reise ins ewige Eis und in ein atemberaubendes Naturparadies erwartete uns mit der Expeditionskreuzfahrt der Hapag Lloyd MS Hanseatic.

1. Tag
Anreise. Linienflug von Zürich nach Buenos Aires.
Air France bringt uns aus dem nasskalten Schweizer Novemberwetter direkt in den Sommer Argentiniens. Die Stadt des Tangos erwartet uns.

2.-3. Tag
Buenos Aires und Ushuaia. Vormittags Ankunft in Buenos Aires. Transfer zu unserem Hotel Caesar Park im Viertel Retiro im Stadtzentrum. Nachmittags entdecken wir auf der Stadtrundfahrt verschiedene Sehenswürdigkeiten, die Plaza Mayo, das Künstler- und Tangoquartier La Boca und das Grab von Evita Peron auf dem berühmten Friedhof La Recoleta. Abends essen wir ein herrliches argentinisches Rindssteak unter freiem Himmel, am Wasser im ehemaligen und nun sehr modernen Hafenviertel Puerto Madero. Wir sind definitiv angekommen! Am nächsten Morgen bringt uns der Charterflug von Hapag Lloyd, nach anfänglicher Verspätung wegen Treibstoffproblemen (auch das gehört zu Argentinien) nach Ushuaia. Wir haben Zeit für eine kurze Besichtigung der windigen und rauen Hafenstadt am Südzipfel Argentiniens. Ich begleite eine Reisekollegin beim Powershopping. Als einzige der gut 180 Passagiere ist ihr Gepäck nicht angekommen. Man lerne: Packe die wichtigsten Polarutensilien ins Handgepäck! Kein Gepäck für eine Antarktis Expedition ist so ziemlich die schlimmste aller Gepäckgeschichten. Am Hafen erwartet uns das zuvorkommende Personal der majestätischen Hanseatic mit Champagner. Aufgeregt und voller freudiger Erwartung erleben wir die ersten Minuten auf dem luxuriösen, fünf Sterne Expeditionsschiff der Eisklasse E4 (höchste Eisklasse für Passagierschiffe). Es folgt der Kabinenbezug und der gemeinsame Sicherheits-Drill. Abends werden wir mit dem ersten der herausragenden Gourmetessen verwöhnt.

4.-6. Tag
Falkland Inseln. Nach einem erholsamen Tag auf See, an dem wir uns an den Wellengang gewöhnen, Ingwer und Stugeron helfen sofern rechtzeitig eingenommen, läuft die Hanseatic die Falkland Inseln an. Diese sind wegen ihres ausgeglichenen Klimas ein einzigartiges Vogelparadies. Wir unternehmen unsere ersten Landgänge auf Newland Island und auf Carcass Island. Wir entdecken Magellan und Goldschopfpinguine, Albatrosse, Riesensturmvögel und Kormorane beim Nisten, Fliegen und Baden. Nach einem wunderschönen Spaziergang über Sandstrände und durch gelbe Ginsterbuschfelder werden wir für eine Stärkung bei Kaffee und Kuchen erwartet. Die zutraulichen Karakara Raubvögel begleiten uns auf Carcass Island. In Stanley besuchen wir das Museum und bekommen einen interessanten Einblick in das britische Leben und die Geschichte der Einheimischen. Etwas vom Winde verweht, entscheiden wir uns für die Einkehr im lokalen Pub. Hier geht es bereits lustig zu und her. Es stellt sich heraus, dass die Bar ein beliebter Treffpunkt der Crew ist.

7.-11. Tag
Auf den Spuren der Walfänger Südgeorgiens. Zwei Tage verbringen wir auf offener See. Wir geniessen die exzellente Küche und lernen bei den zahlreichen Vorträgen der Experten vieles über Flora, Fauna, Geologie und Geschichte. Wir erleben, wie unser modernes, für Wind und Wetter gemachtes Expeditionsschiff den Naturelementen trotzt und erreichen Südgeorgien. Die Insel, deren Rückgrat eine Kette von 2000 Meter hohen Eisriesen bildet, ist mit der Geschichte des Walfangs verbunden. Doch die grösste Attraktion der Insel ist die vielfältige Tierwelt. Während es an den Stränden von riesigen Kolonien von Königs- und Eselspinguinen wimmelt, leben im Schutz des hohen Tussock Grases Pelzrobben und See-Elefanten. Unvergesslich ist das Zusammentreffen mit den meist erst zwei Wochen alten Jungtieren, die sich uns ohne Scheu nähern. Inmitten dieser Tierwelt, am Ende der Welt, habe ich das Gefühl, als Mensch ein Eindringling auf einem anderen Planeten zu sein. Die Atmosphäre ist mystisch und unvergesslich. Ob eine Wanderung mit Reinhold Messner auf den Spuren von Sir Ernest Shackleton, ein Pianokonzert in Grytvikens Kirche oder ein Umtrunk am Grabe des berühmten Antarktis Expeditionsleiters, ein Erlebnis jagt das nächste und bleibt unvergesslich.

12.-20. Tag
Von den Südshetlandinseln zur antarktischen Halbinsel. Obwohl die Antarktis grösser ist als die USA, wurde sie bis heute von weniger als 300’000 Menschen betreten. Das Wetter ist uns gut gesinnt und wir erleben bei den zahlreichen und sehr unterschiedlichen Landausflügen eine spektakuläre Tierwelt und eine atemberaubend schöne Natur.
Imposant sind die weiss-blau schimmernden Eisberge. Unser grösster Eisberg bestaunen wir bei Sonnenuntergang während fast zwei Stunden, bevor wir seine Länge endgültig passiert haben. Kapitäns-Dinner mit Aussicht auf das ewige Eis, was kann es spektakuläreres geben? Je nach Eislage finden mehrere Zodiak Anlandungen pro Tag statt. Ziele sind z.B. Elephant Island, Deception Island, Brown Bluff, Weddell Meer, die berühmte Paradise Bay und Port Lockroy. Ein aktiver Vulkan ist Deception Island, auf dessen schwarzen Lavastränden heisse Quellen dampfen. Ich gehöre neben etwa 15 weiteren Hanseatic Gästen dieser Reise nun zum stolzen Antarctica Swimming Club; habe ich mich doch zu einem Meeresbad unter Beobachtung vereinzelter Pinguine entschlossen. Etwas Überwindung hat es gekostet, aber wer kann schon sagen, dass er in der Antarktis baden gegangen ist? Hapag Lloyd bemüht sich immer wieder für Überraschungen. Mitten im Weddell Meer bei herrlichem Wetter findet auf Deck eine Pølser Party statt. Würstchen und Wodka gekühlt mit Antarktiseis; ein unvergesslicher Tag. Bei der anschliessenden Bootsrundfahrt treffen wir zwischen den mit Pinguinen bestückten Eisbergen sogar auf eine Floating-Zodiak Champagner Bar und werden von der immer höchst aufmerksamen Crew schon wieder verwöhnt und umsorgt. Eine der vielen Höhepunkte ist die Paradies-Bucht. Riesige Eisberge leuchten in allen Blauschattierungen. Hier dösen Seeleoparden und Robben. Unser Schiff wird auch regelmässig von Walen begleitet. Inzwischen sind wir selbst Experten. Magellan-, Zügel-, Adele-, Goldschopf-, Königs- oder Eselpinguin, wir kennen sie alle. Unvergesslich wie sich unser Schiff den Weg durch das immer dicker werdende Packeis sucht. Dies bis es schliesslich heisst, weiter geht es leider nicht mehr. Wir müssen umkehren. Auf dem Rückweg durch die berühmte Drake Passage, die den vereisten Kontinent von Südamerika trennt, nehmen wir langsam und etwas wehmütig Abschied von der Antarktis. Etwas Wellengang lächelt einer der langjährigen Filipino Matrosen mit einem Augenzwinkern weg. It is just a little rock and roll!

21. Tag
Von Ushuaia nach Buenos Aires. Frühmorgens Ausschiffung in Ushuaia und Rückflug nach Buenos Aires. Wir erkunden die sommerliche Stadt nochmals auf eigene Faust und beenden diese unvergessliche Reise bei einem Glas ausgezeichnetem Malbec. Gedanklich bin ich immer noch im ewigen Eis. Eine einmalige und unvergessliche Reise an das südliche Ende der Welt liegt hinter uns. Ein Leben lang werden wir die Eindrücke dieser Expedition nicht vergessen.

22.-23. Tag
Von Buenos Aires in die Schweiz. Am Vormittag haben wir noch etwas Zeit für einen Marktbesuch und den obligaten Souvenireinkauf. Dann ist es endgültig Zeit Abschied zu nehmen. Wir erreichen die Schweiz nach einem unvergesslichen Abenteuer gegen Mittag des 23. Tages.

Beratung

Regula Zeller – Reiseexpertin

Haben Sie Fragen zu diesem Reiseziel? Ich berate Sie gerne persönlich oder telefonisch: +41 (0) 58 702 65 51

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