Java-Bali Explore

Reisebericht von Regula Zeller

Eine Reise von Java nach Bali gleicht einem Kaleidoskop. Tempel, Vulkane, Kraterlandschaften und liebenswürdige Menschen. Unvergesslich der mystische Sonnenaufgang bei der Borobudur Tempelanlage, die unendlichen Reisfelder, vierköpfige Familien auf ihren Rollern unterwegs zum Familienbesuch und der rauchende Mount Bromo im Morgenlicht.

Tag 1, Yogyakarta – Magelang

Hanafi, unser wunderbarer Guide, und Erol, unser top Driver, erwarten uns nach unserer langen, aber guten Reise mit Singapore Airlines am Flughafen von Yogyakarta.

Am späten Nachmittag besuchen wir das typisch javanische Dorf Candirejo, welches wir mit dem Pferdekarren erkunden. Wir lernen viel über die lokalen Gebräuche und Traditionen, Kunsthandwerk, gesunde Getränke und das landwirtschaftliche System der Mischkulturen. Anschliessend kehren wir ins Hotel „Plataran Heritage Borobudur“ zurück. Bei einem Sunset Bintang (Lokalbier), geniessen wir die Abendstimmung, begleitet vom Gesang des Muezins, welcher uns auf unserer Reise durch das mehrheitlich muslimische Java, ein treuer Begleiter sein wird.

Tag 2,  Borobudur – Dieng Plateau – Magelang

Am frühen Morgen besichtigen wir den weltberühmten Borobudur-Tempel, die grösste buddhistische Tempelanlage der Welt, die im 8. Jh. unter einem Herrscher der Sailendra-Dynastie erbaut wurde. Für diesen Bau waren Tausende von Bewohnern der umliegenden Gebiete im Einsatz. Wie eine über­dimensionale Krone erhebt sich der 31m hohe Kolossalbau mit seinen 504 Buddha-Statuen aus Andesit-Stein. Die indonesische Regierung nahm zusammen mit der UNESCO in den 80ger Jahren die Restaurierung der Tempelanlage in Angriff. 1991 wurde sie schliesslich von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt. Wir geniessen den Sonnenaufgang oben auf dem Borobudur-Tempel. Nachdem der Nebel sich lichtet, erstrahlen die Steinreliefs und Buddha-Statuen in der Morgensonne, ein unvergesslicher und mystischer Moment.

Nach dem Frühstück im Hotel führt uns eine kurvenreiche Strasse hinauf zum mystischen Dieng-Plateau. Eine einmalige Bergszenerie mit Vulkanen und Kraterseen erwartet uns. Diese imposante Naturkulisse wurde vor ca. 1300 Jahren von den Hindu-Königen als „Heimstätte der Götter“ betrachtet und entsprechend viele Tempel sind entstanden. Wir besichtigen eine der ältesten Anlagen, die auf 2093 m ü.M. liegt. Anschliessend fahren wir weiter zum Sikidang Krater, ein Vulkankrater, aus dem heisser Dampf und Schwefelgestank entweichen.  Nach dem Ende des Ramadans und dem Fest „Idul Fitri“, feiern die Javanesen und machen Familienbesuche und Ausflüge mit den Verwandten. Deshalb sind wir meist die einzigen westlichen Touristen und wir werden bei den Sehenswürdigkeiten regelmässig um „Selfis“ mit den Einheimischen gebeten. Das Verkehrsaufkommen mit tausenden von Rollern und die Stimmung sind wie auf einem grossen Jahrmarkt. Mit etwas Geduld, erreichen wir am späten Abend wieder unser hübsches Hotel in Borobudur. Ein anstrengender Tag mit vielen „Traffic Jams“, aber auch vielen lustigen Eindrücken geht zu Ende.

Tag 3,  Magelang – Yogyakarta

Am Vormittag besuchen wir den Sultanspalast und erhalten von einer persönlichen „Dienerin auf Lebenszeit“, interessante Einblicke in das Leben am Hof. Danach besichtigen wir eine Werkstatt, wo Schattenpuppen aus Leder, so genannte „Wayang Kulit“ hergestellt werden. Die Figuren aus Büffelhaut sind landesspezifisch unterschiedlich. Die handwerkliche Herstellung einer Wayang-Kulit-Figur in spielfähiger Grösse dauert einige Wochen, wobei meist mehrere Handwerker (Künstler) nacheinander daran arbeiten. Die Schattenpuppen-Theater haben eine alte Tradition. Eine Vorführung dauert meist ca. 10 Stunden. Es sei normal, dass das Publikum zuweilen einschlafe. Der Künstler spielt aber 10 Stunden ohne Pause durch!

Am Nachmittag besuchen wir das grösste hinduistische Heiligtum Indonesiens, den Prambanan. Die um das Jahr 850 erbaute Anlage wurde 1549 durch ein Erdbeben zerstört. Der Wiederaufbau des Komplexes begann 1918 und ist noch nicht abgeschlossen. Das Hauptgebäude wurde erst 1953 fertig gestellt. Vor allem das Finden und die korrekte Zuweisung des ursprünglichen Baumaterials bereitet Probleme, da oftmals Material an weit entfernten Bauten wieder verwendet wurde. So werden nur Gebäude wieder auf­gebaut, von denen mindestens 75% der früher verwendeten Steine vorliegen, deshalb kann man von vielen der kleineren Schreine immer noch nicht viel mehr als die Grundmauern sehen. Die hinduistische Tempelanlage, eine der grössten Südost­asiens, wurde 1991 von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt. Charakteristisch ist die hohe und spitze Bauform, die typisch für hinduistische Tempel ist, sowie die strenge Anordnung zahlreicher Einzeltempel um das 47 m hohe Hauptgebäude in der Mitte. Wir erleben einen wunderschönen Sonnenuntergang, der die Tempelanlage in fantastisches Licht taucht.

Nur durch das Geschick von Hanafi und Erol erreichen wir danach via Schleichwege auf abenteuerlicher Fahrt unser Hotel. Wegen der Feierlichkeiten sind alle Hauptstrassen stundenlang mit tausenden von Rollern und Autos verstopft. Wir geniessen ein ruhiges Abendessen in unserem Hotel Phoenix, eine Oase inmitten des quirligen Yogyas.

Tag 4, Yogyakarta – Mojokerto – Tosari (Mount Bromo)

Nach dem Frühstück Transfer zum Bahnhof und Fahrt nach  Mojokerto. Der Zug fährt um 6:45 Uhr ab. Wir geniessen die Reise im Lokalzug. Aus dem Abteil heraus haben wir einen freien Blick auf die abwechslungsreiche Landschaft Javas. Die Bahnreise dauert ca. 4 Stunden. Bei der Ankunft im Bahnhof von Mojokerto werden wir von Erol für die Weiterfahrt durch die eindrückliche Landschaft zum Mount Bromo erwartet. Der 2392 m hohe Vulkan Bromo ist das Ergebnis eines gewaltigen Ausbruchs in vorgeschichtlicher Zeit. Übernachtung im: Jiwa Jawa Resort Bromo. Heute steht wieder einmal Mi Goreng mit Sambal Olek auf dem Speiseplan, einer meiner Favoriten!

Tag 5, Mount Bromo – Ijen

Da die spektakuläre Landschaft relativ einfach erreicht werden kann, muss man sich, vor allem in der Hochsaison im Sommer, auf einen recht grossen Ansturm bei der Aussichtsplattform wie auch beim Aufstieg zum Kraterrand gefasst machen. Vor allem die Plätze in der vordersten Reihe der Aussichtsplattform sind meist bereits Stunden vor dem Sonnenaufgang besetzt.

Frühmorgens um 2.30 Uhr fahren wir somit zu einem der Tour-Höhepunkte, zum rauchenden Mount Bromo. Warm eingepackt warten wir in der Dunkelheit auf der Plattform in Decken gehüllt auf den Sonnenaufgang.

Wir erleben das Schauspiel auf der Aussichtsplattform des Mount Penanjakan auf 2770 m ü.M., wo die Sicht Richtung Osten zu den Vulkanbergen und gegen Süden zum mächtigen Mt. Semeru, dem rauchenden Mt. Bromo und dem Mt. Batok im Vordergrund spektakulär ist. Wir geniessen den überwältigenden Blick auf den gewaltigen Vulkankessel. Über uns die noch funkelnden Sterne der Nacht, so dass wir uns auf einen fernen Planeten versetzt fühlen. Um etwa 5.15 Uhr weicht das silberne Licht der Gestirne dem des sich ankündigenden Tages. Die ersten Sonnenstrahlen tasten über den Horizont und tauchen die karge und urwüchsige Landschaft in rötliches Licht. Mit dem Licht der Sonne verwandeln sich die Farben der Landschaft. Dies ist ein wirklich magischer Moment!

Nachdem wir uns satt gesehen haben, führt die Fahrt hinunter direkt zum Sandsee. Unterwegs können wir Blicke auf diese fast unwirklich scheinende Mondlandschaft erhaschen und es gibt auch gute Möglichkeiten ohne Massen zu fotografieren. Zu Fuss besuchen wir die Tempelanlage unterhalb des Kraterrandes des Mt. Bromos. Wegen der intensiven Aktivität des Vulkans, rät uns Hanafi vom Erklettern der Kraterwand ab. Viele Touristen (vor allem auch Einheimische) wagen es trotzdem, den Kraterrand zu besteigen. Die meisten lassen sich bequem per Pferd bis zur Treppe bringen. Auch hier herrscht eine lustige und ausgelassene Stimmung. Rückkehr zum Hotel und Frühstück.

Anschliessend fahren wir weiter nach Banyuwangi, vorbei an Plantagen, auf denen Kaffee, Kakao und verschiedene Früchte angebaut werden. Wir besuchen eine Plantage, die während der holländischen Kolonialzeit in Betrieb genommen wurde. Das Ijen-Plateau ist der östlichste Vulkan auf der Insel Java und hat gigantische Ausmasse. Der Vulkan ist 2386 Meter hoch. Am frühen Abend erreichen wir unser Hotel, eine Oase inmitten der Reisefelder. Das Ijen Resort & Villas.

Tag 6,  Ijen Krater

Um 04.15 Uhr, bringt uns ein 4×4 Fahrzeug vorbei an Dörfern, Kaffee- und Gewürzplantagen hinein in Java’s Regenwald. Hohe Feuchtigkeit, wild lebende Tiere, Farnkraut und riesige Bäume bedecken die Berghänge. Nach Ankunft in der Park Ranger Station beginnt unser 90-minütiger Aufstieg zum Ijen Krater Wir wandern entlang eines schattigen Weges mit spektakulärer Aussicht. Am Grund des Ijen Kraters befindet sich ein stark säurehaltiger See. Der Kratersee leuchtet türkisfarben. Am Rand des ca. 1 km langen Kratersees wird Schwefel gewonnen. Es handelt sich um eines der wichtigsten Schwefelvorkommen der Welt. In grossen Körben werden die Schwefelbrocken aus dem Krater getragen. Dieser gefährlichen Arbeit gehen zahlreiche Calderabewohner nach.

Anschliessend fahren wir zurück zum Resort. Den Nachmittag geniessen wir am Pool mit Blick auf Reisfelder und Dschungel und bei einer intensiven „Javanese-Massage“.

Tag 7, Ijen Resort – Menjangan

Nachdem wir ausgeschlafen haben, fahren wir gegen Mittag nach Ketapang. Überfahrt mit der Fähre nach Bali. Schweren Herzens verabschieden wir uns von Hanafi und Erol und fahren per Boot zu unserem nächsten Ziel, Menjangan Island.

Tag 7. – 12. Nusa Bay Menjangan

Wir verbringen erholsame Tage auf Menjangan Island im wunderbaren Menjangan Island Resort. Ein Paradies für Tierfreunde. Das Hotel dient unzähligen Tieren als Süsswasser-Trinkstelle, unter anderem Hirschfamilien und herzigen Black Long Tail Monkeys. Bei Schorchelausflügen und Tauchgängen entdecken wir eine noch intakte, wunderschöne Unterwasserwelt. An den vielen bunten Fischen und Korallen können wir uns kaum sattsehen.

Tag 13, Menjangan – Sang Giri

Nach dem Frühstück verlassen wir das Resort und setzen die Reise nach Jatiluwih fort. Unterwegs besuchen wir Vihara Buddha, ein buddhistisches Kloster und Meditationszentrum sowie die heissen Quellen in Banjar. Von dort aus überqueren wir die Bergregion, fahren vorbei an Kakao- und Kaffeeplantagen und erreichen Munduk. Nach einer kurzen Wanderung von ca. 15 Minuten gelangen wir durch den Dschungel zu einem Wasserfall. Weiterfahrt zum Sang Giri Zelt Resort, am Rande des Mt. Batukaru Regenwaldes gelegen, wo wir in einem komfortablen Zelthaus mit privatem Bad übernachten. Die grossflächige Zeltterrasse bietet einen atemberaubenden Panoramablick auf den Regenwald. Speziell den Sonnenaufgang gilt es nicht zu verpassen!
An diesem Abend entdecken wir auf eigene Faust die nahe, sehr schöne Tempelanlagen „Batukaru“ zu Ehren des gleichnamigen Berges. Wir haben heute Glück: da Vollmond ist, erleben wir den ganzen Tag Zeremonien.

Tag 14, Sang Giri – Ubud

Am Vormittag nehmen wir teil am „MELUKAT-Ritual“, das an einem Fluss im Dschungel stattfindet (20-25 Minuten Trekking durch den Regenwald, bergab, etwas rutschig. Ein Bad im Fluss gehört dazu). Es dient dazu, die Aura und das Karma vergangener Leben zu reinigen, die Chakren auszurichten und vor Krankheiten zu schützen.

Die zweite Stufe der Zeremonie ist das „SEGENDE Ritual“ in einem alten Tempel im Dschungel. Ein Priester führt uns und Einheimische durch eine alte Zeremonie und bittet für Gesundheit, Zufriedenheit und ein erfolgreicheres Leben.

Unser Guide erklärt uns die Bedeutungen der Zeremonie. Sarongs und Blumenopfer mit duftenden Räucherstäbchen sind vorbereitet. Für das Ritual werden wir mit balinesischen Tempelkleidern eingekleidet. Nach einem weiteren „Dschungel-Food“-Mittagessen im aussergewöhnlichen Sang Giri Camp geht unsere Reise weiter nach Ubud. Am Abend machen wir eine Shoppingtour durch die Stadt in den Reisfeldern. Ubud ist sehr, sehr gross und touristisch geworden, weshalb wir das Abendessen lieber in unserem herrlichen Hotel, dem „Ubud Village Resort“, inmitten der Reisfelder, geniessen.

Tag 15, Ubud – Südbali

Nach einem Bad im Privatpool unserer wunderbaren Villa und dem Frühstück, verlassen wir Ubud gegen Mittag. Der Tag beginnt  mit dem Besuch der Elefantenhöhle Goa Gajah. Zu dieser Höhle gehört auch ein Tempel, der vor langer Zeit von brahmanischen Priestern für Meditationen genutzt wurde. Anschliessend besuchen wir den Staatstempel der Königsdynastie Gelgel, Pura Taman Ayun im idyllischen Dorf Mengwi. Der Höhepunkt des Tages ist der Meerestempel „Tanah Lot“, welcher sich 200 m vom Ufer entfernt im Meer befindet. Damit endet unsere unvergessliche Reise durch Java und Bali. Singapore Airlines bringt uns zurück nach Zürich. Im Gepäck unzählige wunderbare Erinnerungen.

 

 

 

 

 

Beratung

Regula Zeller – Reiseexpertin

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